Sinn und Unsinn der anonymen Bewerbungen

Die Konzerne Deutsche Post, Deutsche Telekom, Procter & Gamble, L’Oreal und My Days nehmen an dem Pilotprojekt der anonymen Bewerbung teil. Das heißt, ab sofort werden Bewerbungen an diese Firmen ohne Foto, Name, Adresse, Geburtsort, Nationalität, Familienstand und Geschlecht gesandt. Nicht einmal von wann bis wann jemand die Schule besucht hat, darf drinstehen. Ziel des Piloten soll beispielsweise sein, Menschen mit ausländisch klingendem Namen mehr Chancen einzuräumen. Und sicher aus Sicht der Bewerber, die glauben, bezüglich ihrer Herkunft benachteiligt zu werden, eine ernstzunehmende Chance. Nun versetzen wir uns mal in die Lage eines Chefs, dessen Team aus 10 Mitarbeiterinnen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren besteht. Der wird auch bei einem noch so tollen Lebenslauf keinen Mann von Mitte 50 in seinem Team haben wollen. Einfach weil es schwer wird, diesen Herren zu integrieren. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, die meisten Vorgesetzten benötigten ein homogenes Team, das möglichst keine Probleme macht. Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird klar, dass Arbeitgeber und Bewerber nicht zusammen kommen. Die Absage ist somit aus Sicht des Bewerbers nur nach hinten geschoben, der Arbeitgeber hatte einen zusätzlichen Zeitaufwand und sucht nach wie vor eine Mitarbeiterin die altersmäßig auch in sein Team passt.

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