Vom Umgang mit Ängsten

In diesem Blog geht es viel um Veränderungen von Gewohnheiten. Eine häufige Begleiterscheinung von Veränderungen sind Ängste. Dabei ist es erstmal völlig nebensächlich, ob sie berechtigt sind oder nicht. In unserer psychischen Realität existieren sie. Ängste verändern unsere Wahrnehmung und lassen uns anders handeln.

Häufig sagen Klienten – wie zur Entschuldigung – dass Ihre Ängste ja gar nichts mit der Realität zu tun haben und dass diese „dumm“ oder irrational seien. Aber welche Konsequenz sollte daraus folgen? Heißt das, dass diese Ängste eigentlich gar nicht sein dürfen? Das man selbst irgendwie „falsch“ ist, das solche Gefühle keine Daseinsberechtigung haben? Sicherlich, Angst ist kein besonders angenehmes Gefühl, aber eine solche Denkweise und Bewertung macht die Sache häufig nur noch schlimmer. Teile (Gefühle) von uns werden nicht gesehen und im wahrsten Sinne des Wortes wegrationalisiert.

Das Problem ist aber: Sie sind in unserer subjektiven Realität vorhanden und das zählt. Werden Ängste ignoriert, werden sie in der Regel immer größer.

Der beste Umgang mit Ängsten ist, sie wahr- und ernst zu nehmen. Nicht der Kampf gegen Angst hilft, sondern zunächst ein Akzeptieren, um auf dieser Basis eine Lösung zu entwickeln.

Dabei ist wichtig, konkrete Befürchtungen zu benennen, wie irrational sie auch sein mögen. Damit gibt man diesen Gefühlen den nötigen Raum und die nötige Beachtung und ist besser in der Lage, auf diese Gefühle zu reagieren. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Gefühlen wird häufig schon ein Stück des Weges gegangen. Ängste, die dann wieder auftauchen, sind bekannter, man ist nicht mehr so überrascht und darauf eingestellt, dass man ihnen wieder begegnen werden.

Veränderungsfähigkeit ist demnach immer auch davon abhängig, wieviel Angst man in seinem Leben akzeptieren möchte.

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