Vom Umgang mit Unlust

Aufschieben von Aufgaben ist oft davon begleitet, dass man der Meinung ist, es würde in der Zukunft einen Zustand geben (beispielsweise morgen!), in dem ich mehr Lust darauf habe, diese unangenehme Aufgabe zu lösen.

Professionelle Aufschieber wissen schon, dass diese Lust sich leider dann doch nicht am nächsten Tag einstellt und auch nicht am übernächsten. Die Überschätzung motivationaler Zustände in der Zukunft ist eine häufige Vermeidungshaltung bei Aufschiebern. Will man seine Aufschieberitis angehen, muss ich mich auch immer mit dieser eigenen Unlust auseinander setzen. Hier hilft ein detailliertes Nachforschen: was heißt eigentlich: Ich habe keine Lust?

Ist es mir zu anstrengend? Fehlen mir Fähigkeiten, diese Aufgabe zu lösen? Habe ich Angst, diese Aufgabe nicht zu bewältigen? Empfinde ich diese Aufgabe aufoktruiert? Fühle mich fremdbestimmt? Fühle ich mich zu energielos?
So wie ich es mir wünsche, schaffe ich es eh nie?

Hat man diese hinter dieser Unlust liegenden Motive für sich entschlüsselt, ist ein großer Schritt getan und man kann sich viel konkreter mit diesen Motiven/Ängsten befassen und ihnen begegnen.

Dr. Monika Wolff

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