War nun alles umsonst? – Mit Rückfällen umgehen

Veränderungen brauchen Zeit. Alte Gewohnheiten kann man aus neurobiologischer Sicht als gut ausgebaute Straße bezeichnen, dies sind neuronale Verknüpfungen, die häufig wiederholt wurden und deshalb gut abrufbar sind. Wollen wir neue Gewohnheiten erlernen, bedeutet dies, dass man neben der „Autobahn“ (viel befahren, bekannte, alte Gewohnheiten) einen neuen Weg erlaufen muss. Das heißt, dass wir eine neue Handlungsweise immer wieder wiederholen müssen, um sie leichter abrufbar zu machen. Aus einem Gang über die Wiese wird bei Wiederholungen ein Trampelpfad und später ein gut sichtbarer Weg. Das ist harte Arbeit. Dabei kann es aber auch vorkommen, dass wir wieder auf die „Autobahn“ gelangen, also in unsere alten Gewohnheiten. War denn nun alles umsonst bisher? Nein, wie das Beispiel beschreibt, ist es nicht so einfach, solche alten Gewohnheiten zu lassen und Rückfälle sind dabei ganz normal. Wichtig ist hier nur, wie mit Rückfällen umgegangen wird. Nehmen wir sie als ganz normale Begleiterscheinung hin ist es leichter, sie zu akzeptieren. Jederzeit, in jeder Minute können wir neu entscheiden, ob wir auf der Autobahn bleiben oder auf den neuen Trampelpfad abbiegen, auch wenn der Tag schon halb vorbei ist und wir am vormittag wieder wichtige Dinge aufgeschoben haben.

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