Die guten Vorsätze im neuen Jahr und die Erschöpfung des Ego

Die Forschung zur Selbstdisziplin hat – wie in diesem Blog schon dargestellt – zu der Erkenntnis geführt, dass unsere Willenskraft Grenzen hat und durch Benutzung geschwächt wird.

Wenn wir uns anschauen, wofür wir unsere Willenskraft benötigen, stoßen wir auf 4 verschiedene Kategorien von Aufgaben:

  1. Kontrolle unserer Gedanken (Sorgen unterdrücken/ sich konzentrieren)
  2. Kontrolle unserer Gefühle (schlechte Laune unterdrücken/angenehme Gefühle konservieren wollen)
  3. Impulskontrolle: gebe ich einem Impuls nach oder ignoriere ich ihn?
  4. Leistungskontrolle: Konzentration auf anstehende Aufgaben, aktivierung angemessener Geschwindigkeiten konzentrieren

[1] Baumeister & Tierney, 2012

Betrachtet man diese 4 Kategorien und unseren Alltag, kommt man schnell zu dem Schluss, dass man ständig aus der Ressource Willenskraft schöpfen muss. Je mehr wir sie benutzen, desto eher kommt es zu einer Erschöpfung dieser Energie: zur
Selbsterschöpfung. Selbsterschöpfung bezeichnet die schwindende Fähigkeit, unsere Gedanken, Handlungen und Gefühle zu regulieren. (Roy Baumeister, 1998 PDF)

Möchte man etwas in seinem Leben daher verbessern, lautet daher ein Grundsatz: Immer eins nach dem anderen. „Ab heute möchte ich gesünder Leben“ würde meinetwegen das Aufhören mit dem Rauchen, gesünder essen und mehr Bewegung bedeuten. Das ist zu viel Veränderung auf einmal und die Willenskraft wird hoffnungslos überstrapaziert. Schuld daran sind nicht Sie, sondern die Fülle der Aufgaben.
Daher ist es besser, sich nur eine Sache vorzunehmen und sich daran halten. Selbst das ist manchmal schon eine große Herausforderung.

[1] Baumeister, R. & Tierney, J. (2012). Die Macht der Disziplin. Campus Verlag GmbH, Frankfurt a. M.

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