Assessment Center – Vorstellungsrunde

Der Beginn eines jeden Assessment Centers – die Vorstellungsrunde. Nachdem sich Moderatoren und Beobachter vorgestellt haben, werden die Teilnehmer des AC aufgefordert, sich ebenfalls kurz vorzustellen. „Kurz“ bedeutet hier,  max. 1 Minute das Wichtigeste über sich zu sagen. Orientieren Sie sich an der Rededauer des Moderators, bleiben Sie während Ihrer Vorstellung sitzen und halten Sie nicht Ihre Selbstpräsentation.

Versuchen Sie, auch diese eine Minute interessant zu gestalten. Ich empfehle, mit Name, Alter und höchstem Bildungsabschluss zu beginnen. Nun nennen Sie die für den potentiellen Arbeitgeber interessanteste Berufserfahrung, Jahreszahlen sind hier unwichtig. Gibt es einen roten Faden in Ihrem Lebenslauf? Z.B. „Ich war 20 Jahre im Marketing tätig“ oder „Meine gesamte berufliche Laufbahn bin in der Lebensmittelbranche tätig gewesen“. Nun sagen Sie noch einen Satz zu Ihrer Motivation, warum möchten Sie gerade bei diesem Unternehmen arbeiten? Hier kommt es sicher gut an, etwas zum Image oder zu den Produktionen zu sagen. Informieren Sie sich über die Philosophie und verbinden Sie diese mit Ihrer Motivation.

Bedenken Sie, die Beobachter erhalten hier den allerersten Eindruck von Ihnen. Diese hören 6 oder 8 Kurzvorstellung, aber SIE sollten in Erinnerung bleiben. Ein Teilnehmer meiner AC-Vorbereitungsworkshops hat sich mal folgendermaßen vorgestellt: „Mein Leben lang begleitet mich die Sonne, ich bin in Kolumbien geboren, habe dann bei einem Kaffeeröster  gearbeitet und möchte nun bei ihnen in der Solarbranche anfangen“. Vielleicht haben Sie eine ähnliche Idee. Manchmal hilft es auch, mal im Bekanntenkreis zu fragen, was diese besonders spannend finden an Ihrem beruflichen Lebensweg.

Elke Stuhlmann

 

 

Mehr Selbstsicherheit und Durchsetzungsvermögen im Beruf

Immer wieder begegne ich in meiner Coachingpraxis Menschen, die in Meetings nicht in der Lage sind, ihre klar und deutlich ihre Meinung zu sagen, die Angst davor haben, sich zu zeigen. Auch bei Gesprächen mit Mitarbeitern und dem Vorgesetzten, bei Verkaufs- oder Bewerbungsgesprächen oder in der Kantine zeigt sich die Hemmung, klar und deutlich über die eigenen Fähigkeiten und Leistungen zu reden, zeigen sich die Probleme sich selbst „zu verkaufen“. Konflikte können nur schwer angesprochen, Arbeit nicht delegiert und Fehler nicht eingestanden werden.

Die Angst davor, seine Meinung zu sagen und diese auch zu vertreten, ist in einem verringerten Selbstwert begründet. Unter Selbstwert versteht die Psychologie den Eindruck oder die Bewertung, die man von sich selbst hat. Menschen, deren Selbstwert nicht stark genug ausgebildet ist, glauben oft, nicht richtig, nicht gut genug zu sein. Sie haben Angst, etwas Falsches zu sagen und können mit Widerspruch, Kritik und Fehlern schlecht umgehen. Unbewusst wollen sie darum Aufmerksamkeit und Kritik vermeiden, sagen darum lieber nicht, was sie denken.

Coach und Dipl.-Kauffrau Elke Stuhlmann bietet amSamstag den 02.02.2013 einen Workshop zur Verbesserung der Selbstvermarktung und für mehr Selbstsicherheit und Durchsetzungsvermögen in beruflichen Situationen an!

Dieser Workshop richtet sich an Menschen, die ihre Durchsetzungskraft steigern und in Verhandlungen, Meetings, Akquisegesprächen und Konfliktsituationen ihr kommunikatives Verhalten verbessern und mehr Selbstsicherheit ausstrahlen möchten.

Im Rahmen dieser Workshops besteht die Möglichkeit, überflüssige und schädliche Ängste, Unsicherheiten und Verhaltensmuster zu erkennen, zu analysieren und in geschützter Atmosphäre neue Denk- und Handlungsweisen auszuprobieren und neue Wege der Kommunikation zu trainieren.

In diesem Workshop werden

  • die Fähigkeiten sich einzumischen und zubeteiligen, zu reden, diskutieren, argumentieren  und zu kritisieren trainiert,
  • das bisherigen Kommunikationsverhalten reflektiert,
  • innere Blockaden, Hemmnisse und unbewusste Verhaltensweisen analysiert,
  • die Einstellung zu Konkurrenz, Konflikten und Fehlern analysiert,
  • Denkblockaden abgebaut und Alternativen entwickelt.

Methoden und Techniken des Workshops:

  • Rollenspiele und Übungen zu zweit und in der Gruppe
  • Übungen zur Selbstwahrnehmung und Stärkung des Selbstwertes
  • Selbstreflektion
  • Kurze Gesprächs- und Feedbackrunden
  • Keine theoretische Wissensvermittlung

Der Workshop findet in der Zeit von 11 bis 18 Uhr in Berlin statt. Weitere Informationen, Termine und Anmeldung unter www.es-change.de oder telefonisch unter 030/4407738.

Elke Stuhlmann

 

Probezeitcoaching

„Generation Weichei“ – so titelt die F.A.S. vom 23.12.2012 einen Artikel über die Generation Y (die nach 1985 Geborenen). Eine Generation von Berufseinsteigern, die Freizeit statt Karriere wollen, die an abwechslungsreichen und sinnvollen Projekten arbeiten wollen, sich fragen, passt diese Stelle zu meinem Lebenskonzept. Eine Generation, die mit der Work-Life-Balance-Welle groß geworden ist, die nicht mehr Karriere um jeden Preis wollen und sich nicht so aufopferungsvoll in die Arbeit stürzen wollen, wie oft noch von den Eltern vorgelebt. Zeit für Familie, Freunde und Sport ist wichtiger als hohes Einkommen und Karriere.

Nur was sagen die Unternehmen zu diesen Bewerbern, haben sie sich schon eingestellt auf die Anforderungen der neuen Genation?  Immer mehr Unternehmen müssen aufgrund des demographischen Wandels umdenken und sich bei den Bewerbern verkaufen. Und dies durchaus auch mit einem Work-Life-Balance-Konzept.

In meiner Coachingpraxis erlebe ich vermehrt Menschen, die während oder zum Ende der Probezeit gekündigt werden oder selbst kündigen. Was sind die Gründe dafür? Die Passung zwischen Unternehmen und Mitarbeiter stimmt nicht überein. Das Unternehmen hält nicht, was es verspricht. Der Mitarbeiter hält nicht, was er im Vorstellungsgespräch versprochen hat. Auf beiden Seiten sind Illusionen zerplatzt.

Wie kann eine Coaching während der Probezeit eine Kündigung verhindern? Folgende Fragen werden geklärt:

  • Was sind Ihre Werte, Vorstellungen und Glaubenssätze z.B. bezüglich der Work-Life-Balance?
  • Wie steht es mit Ihrer Anpassungsfähigkeit und Kompromissfähigkeit?
  • Brauchen Sie den Job aus finanziellen Gründen?
  • Welche Alternativen gibt es und sind diese realistisch?
  • Wie geht es Ihnen damit, ggf. zu scheitern?

Weitere Informationen über mich finden Sie unter

http://www.es-change.de/leistungen_einzelcoaching.html

Quelle: F.A.S.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/work-life-balance-generation-weichei-12002680.html

Und noch ein interessanter Artikel zum Thema „Scheitern“ – Quelle: Tagesspiegel vom 30.12.2012

http://www.tagesspiegel.de/meinung/jahresende-erzaehlen-sie-allen-woran-sie-gescheitert-sind/7571438.html

Elke Stuhlmann

 

 

 

Weiterbildungen und Seminare von der Steuer absetzen

Oft werde ich gefragt, ob die Kosten für das Seminar von der Steuer absetzbar ist. „Der Tagesspiegel“ vom 28.10.2012 sagt dazu folgendes:

  • Kosten für eine Weiterbildung zu Hard- und Softskills können als Werbekosten im Lohnsteuerjahresausgleich geltend gemacht werden.
  • Der Werbekostenpauschbetrag liegt aktuell bei 1000 Euro, wird diese Höhe überschritten, kann die Weiterbildung vom Finanzamt angerechnet werden.
  • Bei Selbstständigen sind die Weiterbildungskosten unter „Betriebsausgaben“ anzugeben.
  • Als Weiterbildung gilt alles, was der Erlangung weiterer beruflicher Fähigkeiten dient (z.B. auch Rhetorikkurse)
  • Die Weiterbildung muss einen konkreten Bezug zur weiteren beruflichen Tätigkeit aufweisen, Ausgaben für die Weiterbildung müssen der zukünftigen Erzielung von Einnahmen (Gehalt) dienen.

Elke Stuhlmann

Fallstudie / Case Study im Assessment Center

Obwohl es bei den Aufgaben in einem Assessment Center größtenteils um Ihre Persönlichkeitsmerkmale geht, bei der Aufgabe „Bearbeitung einer Fallstudie“ wird Ihre fachliche Qualifikation bewertet. Darüber hinaus achten die Beobachter auch auf Ihre Problemlösungskompetenz, Entscheidungsvermögen und Ergebnisorientierung.

  • Einzelaufgabe
  • Bearbeitszeit: 30 oder 60 Minuten
  • Grundlage: schriftliche Unterlagen (Zahlen, Daten, Fakten, ggf. 20-50 Seiten,  Achtung: Material kann unübersichtlich sein und  überflüssige Informationen enthalten)
  • Aufgabe: Unterlagen sichten (querlesen) und Informationen verstehen, Arbeitsauftrag gründlich lesen, Problem erkennen, Lösung erarbeiten, ggf. Ergebnispräsentation erstellen und präsentieren
  • fehlen Informationen für die Lösung der Aufgabe – nutzen Sie Ihr Fachwissen, Ihren Verstand und Ihre Kreativität
  • gibt es ggf. mehrere Lösungen, entscheiden Sie sich für eine Lösung und bauen Sie eine plausible Argumentationskette auf
  • verlieren Sie nicht die Aufgabenstellung aus dem Blick, die Gefahr, sich zu verheddern ist groß
  • achten Sie auf die Aktualität der einzelnen Schriftstücke

Mögliche Themen für Fallstudien:

  • Erstellen Sie einen Businessplan.
  • Erstellen Sie ein Gutachten.
  • Entwickeln Sie ein neues Konzept zum Aufbau eines internen Call Centers.
  • Wählen Sie aus 3 neuen Produktideen das am aussichtsreichste Produkt aus und erarbeiten Sie ein Marketingkonzept.
  • Wählen Sie aus 15 Filialstandorten die unwirtschaftlichste Filiale aus und begründen Sie Ihre Entscheidung für die dort arbeitenden Mitarbeiter.
  • Erarbeiten Sie eine Unternehmensphilosopie.

Meistens wird das Thema Ihrer Fallstudie eine große Nähe zu Ihrer Branche und sogar zum Unternehmen haben, da diese Übung zur  Überprüfung der fachlichen Qualifikation gedacht ist.

Elke Stuhlmann

Bewerbung – „Interessen“ im Lebenslauf angeben

Soll der Bewerber im Lebenslauf seine „Interessen/Hobbys“ angeben und welche wecken das Interesse der Personaler?

Wie eine Studie der Hochschule Osnabrück herausfand, sind Mannschaftssportler nicht automatisch teamfähiger. Somit ist eine frühere Empfehlung, bei den „Interessen“ möglichst einen Mannschaftsport zu nennen, überholt.  Zwischen Teamfähigkeit und sportlichen Engagement gibt es keinen Zusammenhang.

Desweiteren wurde in dieser Studie festgestellt,  dass sich generell Sportler nicht unterscheiden von Menschen, die gar keinen Sport treiben.  D.h. Sportler haben nicht mehr soziale Kompetenzen als Nicht-Sportler.

Schreiben Sie also zu Ihren „Interessen“ mit was Sie sich in Ihrer Freizeit beschäftigen, was Sie neben dem Beruf noch interessiert oder lassen Sie den ganzen Punkt einfach weg, ich benutze in Vorstellungsgesprächen diese Informationen nur zum anfänglichen Small Talk.

Elke Stuhlmann

 

 

Assessment Center – Beispiel für ein Rollenspiel / Mitarbeitergespräch

Aufgabe:

Sie sind Führungskraft einer Filiale einer großen Ladenkette und sollen mit einem Auszubildenden ein Gespräch zm Thema Pünktlichkeit führen. Der Azubi kommt 2-3 mal pro Woche 15-20 Minuten zu spät. Es wurden schon mehrere Gespräche zu diesem Thema mit dem Azubi geführt. Ansonsten zeigt er sehr gute Leistungen.

Sie haben 10 Minuten Zeit für dieses Gespräch.

Gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Begrüßung und Platz anbieten
  • Gesprächseinstieg: Lob über gute Entwicklung und Leistungen
  • Grund für Gespräch nennen: Unzufriedenheit über Unpünktlichkeit
  • Stellungnahme des Auszubildenden einholen „Warum kommen Sie zu spät?“
  • Gründe für das Zuspätkommen hinterfragen
  • gemeinsame Lösung für mehr Pünktlichkeit in der Zukunft erarbeiten
  • Vereinbarung treffen „Bis nächsten Montag werden die Gründe für das Zuspätkommen beseitigt und ab dann wird der Auszubildende pünktlich sein“
  • Sanktionen nennen – was passiert, wenn keine Änderung in seinem Verhalten eintritt (wird z.B. nach Beendigung der Ausbildung nicht übernommen usw.)
  • Verabschiedung

Die nächsten Termine für ein Assessment Center Training sind:

  • 20.10.2012
  • 17.11.2012
  • 15.12.2012

Elke Stuhlmann

 

 

Kündigung in der Probezeit

Achten Sie bei nachfolgenden Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen auf folgende Punkte:

  •  Lebenslauf: Wurden Sie zum Ende der Probezeit gekündigt, sollte diese 6monatige Berufserfahrung auch im Lebenslauf erscheinen. Ist die Kündigung schon früher erfolgt, sollten Sie abwägen, ob nicht Mut zur Lücke vorteilhafter ist.
  • Anschreiben: Auch wenn diese Beruferfahrung nur kurz war, verheimlichen Sie sie nicht, sondern nennen Sie sachlich Ihre Arbeitsaufgaben und Zuständigkeiten. Praktika erwähnen Sie ja auch.
  • Zeugnis: mitschicken, so Sie zufrieden damit sind
  • Vorstellungespräch: Rechnen Sie mit der Frage „Warum wurde Ihre letzte Anstellung schon nach so kurzer Zeit wieder beendet?“ und bereiten Sie gründlich eine Antwort vor. Lassen Sie den potentiellen, neuen Arbeitgeber nicht Ihre Gefühle zur Kündigung (Wut, Kränkung, Selbstwerteinbruch) spüren. Schieben Sie nicht die „Schuld“ für die Kündigung auf den letzten Arbeitgeber oder Chef.  Aber verfallen Sie auch nicht in übertriebene Selbstkritik oder lange Erklärungen. Mögliche Gründe für die Kündigungen wären Wirtschaftskrise, Finanzmittelstreichungen, Einstellung des Projektes. Üben Sie die Antwort mehrmals laut, möglichst mit einem Gegenüber.

Für weitere Fragen oder Simulation von Vorstellungsgesprächen stehe ich Ihnen gern zu Verfügung.

Elke Stuhlmann

Stärken und Schwächen – Frage im Vorstellungsgespräch

„Nennen Sie uns bitte Ihre Stärken und Schwächen!“ Eine Frage, mit der Sie im Vorstellungsgespräch wie auch im Interview während des Assessment Centers rechnen müssen und auf die Sie sich vorbereiten sollten. Für viele Menschen ist vor allem die Frage nach den Schwächen problematisch. Oft werde ich gefragt, was „man“ darauf antworten sollte!

1. Was steckt hinter dieser Frage? Ihr potentieller neuer Chef möchte wissen, ob Sie sich selbst kennen, wissen was Sie können und wissen, ob Sie zur Selbstkritik fähig sind. Es geht um Ihr Problembewusstsein!

2. So sollten Sie nicht Antworten: „Ich habe keine Schwächen!“ „Mein deutsch ist nicht so gut.“ „Ich nasche gern.“

3. Lassen Sie Ihre Schwäche nicht einfach so stehen, sondern relativieren Sie. „Meine Schwäche ist, dass ich in stressigen Zeiten einen ziemlich chaotischen Schreibtisch habe, mir die Zeit zur Ablage nicht nehme. Aber ich habe mir  angewöhnt, Freitag nachmittag immer aufzuräumen und  somit übersichtlich in die neue Woche zu starten.“

4. Wandeln Sie NICHT Ihre Schwäche in eine Stärke um, die Personaler möchten eine echte Schwäche hören!

5. Die Schwächen „Perfektionismus“ und „Ungeduld“ sind verbrannt, suchen Sie nach einer individuellen und glaubwürdigen Schwäche.

6. Was in manchen Berufen als Schwäche okay ist, kann in anderen Berufen ein k.o.-Kriterium sein. „Im Erstkontakt bin ich etwas schüchtern.“ Im Vertrieb ein k.o.-Kriterium, im Controlling sicher eine tolerierbare Schwäche. Achten Sie also genau auf das Anforderungsprofil.

Nun noch einige Beispiele für Schwächen, die Sie jedoch nicht einfach übernehmen, sondern genau schauen sollten, ob diese Schwäche wirklich ein Teil von Ihnen ist und für die ausgeschriebene Stelle akzeptabel ist.

  • unkreativ
  • überpünktlich
  • unordentlich
  • schweigsam
  • rede manchmal zu viel
  • nervös bei Präsentationen vor großen Gruppen
  • kann mir schlecht Zahlen/Telefonnummern merken
  • Morgenmuffel bis zum ersten Kaffee

Bereiten Sie sich auf 3 Schwächen vor, nennen jedoch erst mal nur eine Schwäche. Beginnen Sie jedoch immer mit Ihren Stärken!

Elke Stuhlmann www.es-change.de

 

Gruppendiskussion im Assessment Center

Die Gruppendiskussion ist ein wichtiger Bestandteil eines Assessment Center (AC). Hier wird ein Teammeeting oder eine Besprechung simuliert, wie wir sie alle aus dem Berufsalltag kennen. Die am häufigsten eingesetzte Variante ist die Gruppendiskussion ohne Rollenvorgabe, d.h. alle Teilnehmer sind auf einer Ebene und Sie erhalten im Gegensatz zum Rollenspiel keine Vorgaben, was Ihr Ziel ist oder wie Sie argumentieren sollen. Beispielsweise kann das Thema sein: „Wie lassen sich Mitarbeiter motivieren?“ Sie diskutieren in Ihrem eigenen Namen, was Sie bei dem Thema Motivation für wichtig halten.

Worauf achten die Beobachter? Auf Ihre Überzeugungsfähigkeit (wie argumentieren Sie?), Ergebnisorientierung (diskutieren Sie am Thema vorbei oder behalten Sie das Ziel im Auge), Kompromissfähigkeit (können Sie auch mal nachgeben oder wollen Sie auf jeden Fall Ihre Meinung durchsetzen) und auf Ihre Teamfähigkeit.

Beispiel: Im Workshop führte ich eine Gruppendiskussion durch, deren Ziel es war, nach 30 Minuten zu einem Konsens zu kommen und dann das Ergebnis zu präsentieren. 4 der 5 Teilnehmer diskutieren angeregt. Die 5. Teilnehmerin, deren Muttersprache nicht deutsch war, beteiligte sich nicht an der Diskussion, sondern arbeitete für sich selbst. 3 Minuten bevor die Zeit vorbei war, sagte sie, dass sie ganz anderen Meinung ist und auch zu einem anderen Ergebnis gekommen ist. In der verbleibenden kurzen Zeit schaffte es die Gruppe nicht, einen Konsens herzustellen.

Die Gruppe hat im Eifer des Gefechts die 5. Teilnehmerin schlichtweg vergessen einzubeziehen. Sozial kompetent und teamfähig wäre es gewesen, diese Frau immer wieder zu fragen, welche Meinung sie hat, ob sie mit den bisherigen Entscheidungen einverstanden ist. Natürlich wäre es auch die Aufgabe der 5. Teilnehmerin gewesen, ihre Teamfähigkeit zu zeigen und sich zu beteiligen, statt ihr eigenes Ding zu machen. Achten Sie also darauf, dass jeder seine Meinung zu dem vorgegebenen Thema sagen kann, beziehen Sie eher zurückhaltende Teilnehmer mit ein.

Da es keine vorgegebenen Rollen gibt, ist es in einer Gruppendiskussion hilfreich, wenn vor  Beginn der eigentlichen Diskussion festgelegt wird, wer moderiert, wer auf die Zeit achtet, wer mitschreibt und wer anschließend präsentiert.

Desweiteren achten Sie darauf, dass alle Teilnehmer die Aufgabe auch verstanden haben, dass für jeden vor Beginn der Diskussion klar ist, was das Ziel ist. Ich habe es schon erlebt, dass sich nach der Hälfte der Zeit herausstellte, dass ein Teil der Gruppe die Aufgabe anders interpretiert hat und somit ein anderes Ziel anstrebte. Hier muss vorher Klarheit herrschen, es fällt auf die gesamte Gruppe zurück, nicht nur auf die, die das Thema falsch verstanden haben.

Wenn Sie die Gruppendiskussion vor Ihrem AC üben möchten, schauen Sie auf meine Homepage www.es-change.de nach dem nächsten Termin eines Vorbereitungsworkshops.

Elke Stuhlmann