Prüfungsangst überwinden

Häufig wird mir bei meiner Arbeit die Frage gestellt, wie man besser mit Prüfungsangst umgehen bzw. wie und man sich gut auf Prüfungen vorbereiten kann.

Zunächst einmal ist es wichtig, sich konkrete Ziele vorzunehmen, die möglichst meßbar sind. D.h. das gesamte zu lernende Material sollte in kleine Teilziele zerlegt werden, deren erreichen ich bemerken kann. Schwammige Formulierungen wie „Ich lerne Abschnitt X“ gehören hier nicht her, sondern eher, ich möchte Modell Y verstehen. Wie Sie bei der Planung des Lernstoffes vorgehen, kann man mit dem Kochen nach einem Rezept vergleichen. Auch hierbei muss schrittweise vorangegangen werden, die Aufmerksamkeit immer auf dem aktuellen Arbeitsgang gelegt werden und nicht auf das Endprodukt.

Versuchen Sie, das Lernen abwechslungsreicher zu gestalten. Lernen wir lange Zeit in einem immer gleichen Modus, kommt es sehr schnell zu Ermüdungserscheinungen. Daher sollten Sie zwischendurch ihren Lernmodus immer mal wechseln: bspw: Lesen, einander Abfragen, eine Übersicht des zu Lernstoffes anfertigen.

Lernzeit ist Arbeitszeit, deshalb achten Sie besonders darauf, eine Abgrenzung zu Ihrer Freizeit zu schaffen, in der Sie sich erholen können. Sport ist zum Beispiel sehr gut, um sich von der Kopfarbeit zu regenerieren und gibt einem die Möglichkeit, angestaute Spannungen loszuwerden. Treffen Sie sich mit Freunden, beschäftigen Sie sich mit ganz anderen Dingen.
Aber auch während des Lernens sollten Sie auf Pausen achten. Unser Gehirn benötigt diese Phasen, da es sonst zu schnell „schlapp macht“. Mehr als 4-5 h konzentriertes Arbeites am Tag sollten dabei nicht sein, nach 45 Minuten eine kleine Pause von 5-10 Minuten.

Zur Vorbereitung auf die Prüfung können Sie den Prüfungstag vor Ihrem inneren Auge ablaufen lassen: Wann stehe ich auf? Was esse ich zum Frühstück? Was werde ich anziehen? Was werde ich nach bestandener Prüfung tun? Versuchen Sie, positiv zu imaginieren: was genau soll in der Prüfungssituation passieren und nicht, was soll nicht passieren. Aus Angst driftet man häufig in eine Worst-Case-Situation: ich bin blockiert, mein Kopf ist leer, ich bekomme kein Wort raus. Wichtig ist es hier, sich immer wieder zu fragen: Was soll stattdessen passieren? Es geht also um einen positiven Sollzustand vorzustellen und nicht, was nicht passieren soll.

Mut macht es, zu rekapitulieren, welche Prüfungen man schon bestanden hat, bzw. welche schwierigen Situationen man in seinem Leben schon gemeistert hat. Vielleicht machen Sie zusammen mit Freunden eine Liste, mit der Sie sich zwischendurch immer mal wieder Mut machen können.

Kurz vor der Prüfung ist es hilfreich, sich auf den eigenen Körper zu konzentrieren. Wo bin ich angespannt, kann ich vielleicht etwas loslassen? Kneifen Sie ihr Gesicht kräftig zusammen und reissen dann Mund und Augen weit auf. Versuchen Sie so, etwas von der Spannung abzugeben. Versuchen Sie, tief in Ihr Becken zu atmen. Versuchen Sie, die Angst nicht zu bekämpfen, sondern sie zu akzeptieren.

Sollte dies alles nicht wirksam sein, ist es sinnvoll, sich professionelle Hilfe durch ein Coaching oder eine Psychotherapie zu holen.

Kochen für die Teamentwicklung!

Die Küche als Ort der Begegnung ist jedem bekannt, der Feste in der eigenen Wohnung ausrichtet. Oft treffen bis dato unbekannte Menschen in der Küche aufeinander, kommen ins Gespräch, die spannendsten Diskussionen entstehen, ungezwungenes Kennenlernen nimmt nicht selten ihren Anfang am Buffet in der Küche.

Ich biete ab sofort gemeinsam mit einer Kochschule in Berlin Workshops zur Team- und Personalentwicklung an.

Diese Workshops bieten den Teams einer Firma die Chance, sich neu zu begegnen. Durch die ungewohnte und neue Aufgabe des gemeinsamen Kochens werden hinderliche Verhaltens- und Kommunikationsmuster abseits des eigentlichen Arbeitsplatzes sichtbar. Versteckte Konflikte zwischen einzelnen Teammitgliedern kommen genauso ans Tageslicht  wie unbewusste Rollenkonflikte, Rivalitäten oder innere Kündigung, Mobbing und Burnout. Auch noch nicht gekannte, aber nutzbringende Kompetenzen der Mitarbeiter treten durch die neue Art des Teamworks am Schneidebrett und Herd zu Tage, die später an den Arbeitsplatz übertragen werden können.

 Von den in einem Team zusammen arbeitenden Menschen wird erwartet, dass sie, trotz ihrer ganz persönlichen, individuell ausgeprägten Eigenschaften, Verhaltensweisen und Wertvorstellungen, doch irgendwie „zusammenpassen“, um gemeinsam zu effektiven Leistungen in der Arbeit zu kommen.

Dieses Zusammenwirken ist jedoch nicht ohne weiteres möglich. Eine Gruppe ist noch lange kein Team. Vielmehr stellt es sich als Resultat eines Prozesses dar, in dem die Mitglieder eines Teams sich „ihre“ Teamstruktur und „ihre“ Art zu kommunizieren und zu kooperieren erarbeiten und entwickeln müssen. Gegenseitiges Kennenlernen, gegenseitige Akzeptanz und eindeutige Aufgaben- und Rollenverteilung sind die Grundpfeiler einer erfolgreichen Zusammenarbeit im Team. Wenn es innen nicht gut funktioniert, dann wird es im außen, d.h. für den Kunden sichtbar und spürbar.

Das Ereignis des gemeinsamen Kochens eines 4-Gänge-Menüs stärkt das Wir-Gefühl, zeigt Störungen im Team und hilft, diese Störungen und Konflikte zu überwinden.

Ziele eines Teambildungsworkshops können sein:

–        Steigerung der Effektivität des Teams

–        Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit des Teams und Beseitigung von  Kommunikationsblockaden

–        Identifizierung von offenen oder verdeckten Konflikten im Team

–        Stärkung des Wir-Gefühls und Steigerung der Motivation

–        Identifizierung von problematischen Verhaltensmustern im Team

–        Analyse von Rollen und Rollenkonflikten der Teammitglieder

Der Workshop kann im Rahmen einer Kickoffveranstaltung zu Beginn des neuen Jahres, als Teil eines Strategieworkshops oder am Beginn/Ende eines längeren Teambildungsprozesses stattfinden!

Weitere Informationen unter www.es-change.de 

Elke Stuhlmann

Ich schaffe das!

In meiner täglichen Arbeit erlebe ich immer wieder, wie allein die Erwartung über die eigenen Fähigkeiten, ein Ziel zu erreichen, einen großen Einfluß auf das tatsächliche Ergebnis haben.
Dabei spielt der Begriff „Selbstwirksamkeitserwartung“ eine erhebliche Rolle, der schon in den 80ern von Bandura eingeführt wurde und mittlerweile eine immer größere Beachtung erfährt.

Was ist Selbstwirksamkeit?
Selbstwirksamkeitserwartung wird definiert als die subjektive Gewissheit, neue oder schwierige Anforderungssituationen auf Grund eigener Kompetenzen bewältigen zu können. [1]

Man unterscheidet die Konseqenzerwartung (Wenn ich mir diese Informationen/Fähigkeiten angeeignet habe, werde ich die Prüfung bestehen) von der Kompetenzerwartung. Die Kompetenzerwartung ist eine Erwartung mit Selbstbezug: Ich bin in der Lage, mir die erforderlichen Informationen oder Fähigkeiten anzueignen (Selbstwirksamkeitserwartung).

Einfluß auf Zielsetzungen
Immer dann, wenn es um die Erreichung von Zielen geht, spielen solche Selbstwirksamkeitserwartungen (SWE) einen große Rolle. Dabei kann es sich um Leistungsziele handeln oder um Ziele, die auf die Veränderung des Lebens hinwirken (Sozialbeziehungen, mehr Sport treiben, mit dem Rauchen aufhören).
Dabei zeigt sich, das schon in der Phase der Zielsetzung die Erwartung der Selbstwirksamkeit eine Rolle spielen. So setzen sich Personen mit höherer SWE höhere Ziele als Personen mit niedriger SWE.

Einfluß auf Umsetzung
Soll die Intention dann in konkretes, aufgabenbezogenes Handeln umgesetzt oder sogar gegen Widerstände durchgesetzt werden, haben auch hier Personen mit einer höheren Selbstwirksamkeitserwartung die besseren Karten. Wer läßt sich nicht mal gern von schwierigen Aufgaben durch kurzfristig attraktivere Handlungsalternativen ablenken? Die Überzeugung, solchen Widerständen zu wiederstehen, spielt hier eine wichtige Rolle.

Selbstwirksamkeit oder eine optimistische Selbstüberzeugung haben somit einen Einfluß auf unser
Denken, Fühlen und Handeln, aber auch auf Zielsetzung, Anstrengung und Ausdauer beeinflusst. Damit ist diese Erwartung ein Kernaspekt der Selbstregulation. Das Spannende dabei ist aber:

Diese Einflüsse der Selbstwirksamkeit auf die Selbstregulation sind weitgehend unabhängig von den tatsächlichen Fähigkeiten der Person.

Dies bedeutet zum Einen, dass wir einen Mangel an Fähigkeiten durch eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung und der damit verbundenen Anstrengungsbereitschaft wieder wett machen können. Andererseits heißt es auch, dass nicht nur intellektuelle Fähigkeiten bspw. in akademischen Bereichen einen hinreichende Bedingung für gute Leistungen sind. Es ist daher wichtig, Probleme im Bereich der Selbstwirksamkeitserwartung anzuerkennen. Auf dieser Basis ist es dann möglich, Veränderungen herbei zu führen.

Eine gute Strategie zur Veränderung der SWE ist die Konzentration auf Nahzielen. Nahziele haben motivationalen Charakter, weil sie zeitnah durch unser eigenes Handeln zur Zielerreichung führen können und uns zufrieden machen. Über den motivierenden Charakter von Zielen habe ich hier schon geschrieben.

[1] Schwarzer & Jerusalem, Jerusalem, Matthias [Hrsg.]; Hopf, Diether [Hrsg.]: Selbstwirksamkeit und Motivationsprozesse in Bildungsinstitutionen. Weinheim : Beltz 2002, S. 28-53. – Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft; 44

Stressfragen im Vorstellungsgespräch und Assessment Center

Immer wieder erzählen mir Teilnehmer meiner Seminare von schwierigen Fragen im Interview eines Vorstellungsgespräches oder im Assessment Center. Zum Teil werden  sogenannte Stressfragen von den Personalern ganz bewußt gestellt, um die Belastbarkeit des Bewerbers zu testen, schließlich geht es auch im Arbeitsalltag nicht immer nur nett und freundlich zu. Des weiteren fühlt sich der Bewerber aber auch in einer Prüfungssituation und erlebt somit die ein oder andere Frage als verunsichernd und stressig, obwohl diese Frage für einen Außenstehenden vielleicht als ganz normal angesehen würde.

Was tun? Bereiten Sie sich auf das Interview und die möglichen Stressfragen vor und üben Sie deren Beantwortung. Aber vor allem – lassen Sie sich nicht auf die Provokation ein, gehen Sie nicht auf Unterstellungen ein und bleiben Sie auf der Sachebene. Im schlimmsten Fall können Sie immer aufstehen und gehen, aber den Job bekommen Sie dann natürlich nicht.

Hier eine Auswahl an schwierigen Interviewfragen:

– Warum sollten wir gerade Ihnen diese Stelle geben?

– Wären Sie mit der Stelle nicht hoffnungslos überfordert?

– Mal ganz im Vertrauen: man hat Sie wegen Unfähigkeit gekündigt, oder?

– Was würden Sie machen, wenn wir Sie nicht nehmen würden?

– Ich bin mir nicht sicher, ob Sie der geeignete Mitarbeiter für unsere Firma sind, überzeugen Sie mich!

– Würde  diese Stelle nicht einen beruflichen Abstieg für Sie bedeuten?

– Würden Sie sich selbst einstellen?

– Würden Sie überhaupt arbeiten gehen, wenn Sie finanziell abgesichert wären?

– Glauben Sie nicht, dass Sie den Anschluss an die aktuelle Entwicklungen in Ihrem Berufsfeld verpasst haben?

– Sind Sie nicht zu alt für diese Position?

– Wie kamen Sie mit Ihrem letzten Vorgesetzten aus?

– Jetzt mal ganz unter uns: warum wollen Sie wirklich von Ihrem jetzigen Arbeitergeber weg?

– Warum haben Sie bisher noch keinen Job gefunden?

– Was würden Ihre Freunde an Ihnen kritisieren?

– Haben Sie schon viele Absagen bekommen?

– Aus Ihrem Zeugnis entnehme ich, dass Sie wohl Schwierigkeiten damit haben, sich unterzuordnen!

 

Elke Stuhlmann

 

Nichts für Perfektionisten – das Pareto-Prinzip

Üblicherweise gehen wir davon aus, dass Ursache und Wirkung in einer Beziehung 1:1 zueinander stehen. Bezogen auf unsere Aufgabenliste würde es bedeuten, proportional zur Anzahl der bearbeiteten Aufgaben komme ich meinem angestrebten Ziel nahe.

Intuitiv wissen wir allerdings, dass manche Aufgaben uns schneller dem Ziel näher bringen und andere weniger ertragreich sind. (Oder wir lernen dies erst hinterher.)

Der italienische Volkswirtschaflter Vilfredo Pareto (1848 – 1923) untersuchte die Vermögensverteilung in Italien und fand heraus, dass ca. 20 % der Familien ca. 80 % des Vermögens besitzen. Nach ihm wurde diese Erfahrungsregel „Pareto-Prinzip“ benannt. Sie besagt allgemein, dass innerhalb einer gegebenen Menge einige wenige Teile einen weitaus größeren Wert aufweisen, als der anteilsmäßig größere Rest der Teile in dieser Menge.

Mehrere Gründe sprechen dafür, auch im Bezug auf das persönliche Zeitmanagement nach dem Pareto-Prinzip zu verfahren.

Es kann dabei helfen, den Drang nach Perfektionismus zu überwinden, denn um 100 % zu erreichen, müssten wir auch die restlichen 80 % unserer Zeit aufwenden. Vergleicht man den Zeiteinsatz mit der Effektivität, steigt diese nur noch wenig – Kosten und Aufwand stehen also nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag.

Um also ein gutes Ergebnis zu erzielen, muss ich jetzt unverhältnismäßig viel Zeit investieren.

Je länger ich am Feinschliff arbeite, desto geringer ist auch der Nutzen, den jede weitere Minute noch bringt. Daher sollte man sich vorher überlegen, wie perfekt das Ergebnis sein muss. In vielen Fällen ist ein gutes Ergebnis völlig ausreichend. Die Zeit ist besser investiert, wenn ich daran gehe, weitere gute Ergebnisse zu produzieren.

Was folgt daraus: Es gibt nur wenige Aufgaben, die wirklich wichtig sind.

Um in der Praxis zu erkennen, welches die entscheidenden Tätigkeiten sind und wann ein Ergebnis gut genug ist, ist es wichtig, dass man sich seiner Ziele bewusst ist.

Sobald ich meine Prioritäten gesetzt habe, um mit möglichst wenig Aufwand den größtmöglichen Nutzen zu erzielen, kann ich beginnen, mich von einigen Aufgaben zu trennen.

Vom Umgang mit Ängsten

In diesem Blog geht es viel um Veränderungen von Gewohnheiten. Eine häufige Begleiterscheinung von Veränderungen sind Ängste. Dabei ist es erstmal völlig nebensächlich, ob sie berechtigt sind oder nicht. In unserer psychischen Realität existieren sie. Ängste verändern unsere Wahrnehmung und lassen uns anders handeln.

Häufig sagen Klienten – wie zur Entschuldigung – dass Ihre Ängste ja gar nichts mit der Realität zu tun haben und dass diese „dumm“ oder irrational seien. Aber welche Konsequenz sollte daraus folgen? Heißt das, dass diese Ängste eigentlich gar nicht sein dürfen? Das man selbst irgendwie „falsch“ ist, das solche Gefühle keine Daseinsberechtigung haben? Sicherlich, Angst ist kein besonders angenehmes Gefühl, aber eine solche Denkweise und Bewertung macht die Sache häufig nur noch schlimmer. Teile (Gefühle) von uns werden nicht gesehen und im wahrsten Sinne des Wortes wegrationalisiert.

Das Problem ist aber: Sie sind in unserer subjektiven Realität vorhanden und das zählt. Werden Ängste ignoriert, werden sie in der Regel immer größer.

Der beste Umgang mit Ängsten ist, sie wahr- und ernst zu nehmen. Nicht der Kampf gegen Angst hilft, sondern zunächst ein Akzeptieren, um auf dieser Basis eine Lösung zu entwickeln.

Dabei ist wichtig, konkrete Befürchtungen zu benennen, wie irrational sie auch sein mögen. Damit gibt man diesen Gefühlen den nötigen Raum und die nötige Beachtung und ist besser in der Lage, auf diese Gefühle zu reagieren. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Gefühlen wird häufig schon ein Stück des Weges gegangen. Ängste, die dann wieder auftauchen, sind bekannter, man ist nicht mehr so überrascht und darauf eingestellt, dass man ihnen wieder begegnen werden.

Veränderungsfähigkeit ist demnach immer auch davon abhängig, wieviel Angst man in seinem Leben akzeptieren möchte.

Frauen an die Macht? – Die Frauenquote!

Europas Politiker wollen die Frauenquote erzwingen. Sollten die Unternehmen sich nicht freiwillig dazu bereit erklären, werden börsennotierte Unternehmen verpflichtet, bis zum Jahr 2015 30 Prozent Frauen in den Vorstand zu holen. Warum ist eine Quote notwendig, warum gibt es so wenige Frauen in den Führungsetagen der Großunternehmen?

Die Erfahrung in meiner Coaching-Praxis zeigt, dass es nicht an den fehlenden Kitaplätzen liegt, sondern das Frauen gar nicht in den Vorstand möchten, sie haben gar nicht die Motivation für eine derartige Karriere. Viele Frauen möchten eine Job der sie fordert, in dem sie Verantwortung haben und was bewegen können, aber sie möchten auch noch Zeit für Familie und Freunde haben, regelmäßig Urlaub ohne ständige Erreichbarkeit machen. Sie wollen nicht völlig erschöpft Freitag nacht nach Hause kommen, sondern noch Energie für private Themen haben.

Sollen mehr Frauen in den Führungsetagen arbeiten, und laut einiger Studien sind derartige Unternehmen auch erfolgreicher am Markt tätig, so muss ein Umdenken in den Köpfen der Vorstände stattfinden. Wenn Frauen bei Vorstandssitzungen nur ernst genommen werden, wenn sie auftreten und agieren wie Männer, werden sie dort nicht lange sein. Das Arbeitsklima muss sich ändern und die Work-Life-Balance muss verbessert werden.

Wenn Unternehmen für sich damit werben, dass bei Ihnen Frauen in den Führungsetagen willkommen sind und gefördert werden, dann müssen diese Unternehmen dafür sorgen, das die Interessen, Prioritäten, das andere Kommunikations- und Arbeitsverhalten von Frauen akzeptiert und anerkannt wird.  Dann haben vielleicht auch mehr Frauen Lust auf die ganz große Karriere.

Elke Stuhlmann

Über den (Gutten)berg?

Wenngleich nicht direkt etwas mit dem Thema Coaching zu tun, ging die Plagiatsaffaire von Karl-Theodor zu Guttenberg nicht spurlos an meiner Arbeit vorbei, da ein Teil meiner Klienten sich in verschiedenen Abschnitten ihrer Promotiionsphase befinden.
Durch den Rücktritt von zu Guttenberg fand die Affaire ein halbwegs akzeptables Ende. Der
Imageschaden für wissenschaftliches Arbeiten wäre durch das weitere Verharmlosen nicht auszumessen gewesen und zeichnete sich jetzt schon ab: So häuften sich in letzter Zeit spöttische Anfragen an Doktoranden und Doktoren, ob ihre Dissertation nicht auch abgeschrieben wäre.

Dennoch sind auch nach dem Rücktritt viele Fragen offen geblieben. Wie ernst kann wissenschaftliche Arbeit vor den Hintergrund von Exzellenzinitiativen, Bewerbungen um Drittmittelprojekte noch genommen werden; wie ernst nimmt sie sich selbst. Galt bisher die Unschuldsvermutung, so ist jetzt das Mißtrauen zwischen Universität und Promovierenden gewachsen. Welche Konsequenzen aus der Affaire für Universitäten gezogen werden, bleibt abzuwarten.

Wut fördert Motivation!

Oft beschweren sich Führungskräfte, dass ihre Mitarbeiter nicht ausreichend motiviert sind. Und im Coaching werde ich gefragt, was „man“ dagegen tun könne. Leider muss meine Antwort hier sein – nicht viel. 80 Prozent der Motivation ist Eigenmotivation, d.h. der Mitarbeiter muss aus sich selbst raus motiviert sein, zu seiner eigenen Motivation finden. Die Universität Utrecht hat nun experimentell bestätigt, dass Wut und Aggression die Motivation fördert. Wut fördert das Wollen, um beispielsweise ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Wir kennen es von kleinen Kindern im Supermarkt, die sich voller Wut und Zorn auf den Boden schmeißen, nur um den Schokoriegel zu bekommen.

Viele Menschen haben jedoch über die Jahre den Zugang zu ihrer Aggression verloren und können nicht mal mehr „nein“ sagen, ohne dabei zu lächeln. Es lohnt sich jedoch für die Karriere wie auch für das Privatleben, wieder zu lernen, auch mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen und seine Stimme zu erheben. In meinem Workshop „Zeig Dich – Erfolgreiche Selbstvermarktung“ gibt es dazu Gelegenheit.

„Soll ich’s wirklich machen oder lass‘ ich’s lieber sein?“

Fettes Brot bringen in ihrem Hit Jein eine Frage auf den Tisch, mit der wir uns in unserem Leben beinahe täglich mit unterschiedlicher Dringlichkeit befassen. Das Treffen wichtiger Entscheidungen kann uns in schiere Verzweiflung bringen und nicht wenige Klienten kommen in meine Sitzungen nach einer langen quälenden Phase, in der sie versucht haben, diese Entscheidungsschwierigkeiten zu lösen. Das Vermeiden von wichtigen Entscheidungen raubt uns Energie und kann zu Rückzug und Depression führen.

Ein wesentlicher Aspekt von Entscheidungen ist der Abschied. Wir müssen uns von allen anderen Optionen verabschieden, von Ideen, Phantasien oder von Bildern unserer Selbst lösen. So lange ich mich nicht entschieden habe, denke ich, mir stehen alle Optionen offen. (Was in meinem Leben dennoch keine Bedeutung hat, da ich keine Einzige davon nutze. )

Heinz von Foerster sagt: „Nur die Fragen, die prinzipiell unentscheidbar sind, können wir entscheiden“ (KybernEthik, 1993, ISBN 3883961116)

Was bedeutet dies: Bei Entscheidungsschwierigkeiten wird häufig der Vorschlag gemacht, alle positiven und negativen Konsequenzen der Entscheidung aufzuschreiben. Manchmal ist dies auch hilfreich, aber oft führt dieser Weg auch hier zu keinem Entschluß. Abgesehen davon ist uns unmöglich, alle möglichen relevanten Informationen zu sammeln, um auf deren Basis eine vernunftgeleitete Entscheidung zu treffen. Aber selbst, wenn wir dies könnten:
Wir können nicht in die Zukunft sehen; wir können nicht vorhersagen, ob die Entscheidung die richtige sein wird. Eine Entscheidung ist also immer auch ein Risiko, auf welches wir uns mutig einlassen müssen.

Etwas können wir dennoch tun: Wir können uns vorher überlegen: Was werde ich tun, wenn ich wirklich eine falsche Entscheidung getroffen habe.

Oder es ist möglich, sich zu sagen, ich habe diese Entscheidung für die nächste Zeit getroffen. Möglicherweise werde ich in der Zukunft diese Entscheidung revidieren, aber jetzt entscheide ich mich so.