Studentische Evaluationen in der Lehre

Da ich in meinem Coaching auch viele Studenten betreue, bin ich schon desöfteren mit der Praxis der studentischen Evaluation von Lehrveranstaltung in Kontakt gekommen. Evaluation von Veranstaltungen stieß ich auf diese interessante Untersuchung mit dem Titel How to Improve Your Teaching Evaluation Scores Without Improving Your Teaching!.
Unter diesem recht ketzerisch klingenden Titel fasst Paul Traut die Ergebnisse von Untersuchungen der Evaluationsforschung zusammen. In der Evalutionsforschung wurde festgestellt, dass studentenbasierte Evaluationen einen geringen oder sogar gar keinen Zusammenhang zu qualitativ effektivem Lernen haben. Teilweise zeigten Studien sogar einen umgekehrten Effekt: je besser die Dozenten bewertet wurden, desto schlechter war die Lernleistung oder je besser die Lernleistung, desto schlechter die Dozentenbewertung.
Einige Forscher geben daher die Empfehlung, studentische Evaluationen nicht für personelle Entscheidungen heranzuziehen.
Dennoch werden studentische Evalutationen weiterhin durchgeführt, denn sie haben auch eine andere Funktion:.
Studientische Evaluationen haben einen PR-Effekt
Sie erlauben Uni-Verantwortlichen die Aussage, dass die Lehre gut bewertet wird und Studenten ermöglichen Sie, Dozenten darüber zu informieren, welche Form der Veranstaltung sie sich wünschen. Dies steigert die Beliebtheit von Universitäten bei Studienden, was für Universitäten auch immer einen Effekt auf die Finanzierung hat.
Will man die Leistung von Dozenten realistisch bewerten, so schlagen die Autoren vor, die Leistung von Studenten heranzuziehen, also ihr Verhalten und nicht ihre Meinung.

Allgemeine Präsentation / Vortrag im Assessment Center

Mögliche Vortragsthemen

  • Zukünftige oder aktuelle Entwicklungen („Wie sieht die Zukunft der Automobilbranche aus“)
  • Berufliche Qualifikation (Über welche 10 Eigenschaften muss ein Topmanager verfügen? Begründen Sie bitte, warum!“)
  • Politische Themen („Ist eine Frauenförderung durch Quotenregelung am besten zu erreichen?“)

Vorbereitung

  • Thema strukturieren, Argumente sammeln, sie sichten und auswählen (ggf. Pro– und Contra-Argumente darstellen, Schlagworte, Reizworte und Schlüsselbegriffe einsetzen), Medieneinsatz planen (Bewegung baut Stress ab!))

Ablaufschema

  • Thema des Vortrages nennen, dessen Bedeutung erläutern
  • Eigenen, fachlichen und persönlichen Bezug herausstellen
  • Derzeitige Situation schildern
  • Gründe für derzeitige Situation darlegen
  • Welche Situation soll in der Zukunft erreicht werden
  • Welche Maßnahmen sind dazu notwendig
  • Schlusszusammenfassung mit konkreten Handlungsempfehlungen (ggf. Diskussion eröffnen)

Beobachterkriterien im AC

  • Struktur und Gliederung
  • Flüssige Formulierungen und überzeugende Argumente, ggf. konkrete Beispiele
  • Kernaussagen und Handlungsaufforderungen
  • Visualisierung, Körpersprache, Zeitvorgabe
  • Souveränität auf dem Podium und Umgang mit Fragen der Zuhörer

 

Elke Stuhlmann