Nur Mut beim wissenschaftlichen Schreiben

Ein wichtiger Aspekt beim wissenschaftlichen Schreiben ist die Tatsache, dass wir permanent Entscheidungen treffen müssen. Ist diese Formulierung gut? Möchte ich diesen Autor noch erwähnen? Ist das Zitat passend? Gehört dies noch zu meiner Arbeit? Ich muss aus vielen verschiedenen Fakten auszuwähle: Was erwähne ich? Welcher Autor ist wichtig? Worüber möchte ich berichten? Wo liegt die Grenze meiner Arbeit?

Schreiben fällt umso schwerer, je mehr Gestaltungsspielraum man besitzt und je weniger man auf Routinen zurückgreifen kann. Wissenschaftliche Standards helfen bei der Strukturierung der Gedanken und des Geschriebenem. Aber auch hier gilt: Je weniger konkret diese sind, desto schwieriger wird das Schreiben.

Hier gilt es also, Entscheidungen zu treffen; Etwas zu wählen und damit gleichzeitig auch etwas Anderes abzuwählen. Solche Entscheidungen können Unsicherheiten und Ängste auslösen. Sie sind eine Veröffentlichung unseres eigenen Denkens, eigener Meinungen. Sie müssen sich mit unseren unbewussten Anforderungen an uns selbst messen lassen. Wir treten damit auf die Bühne und setzen uns dadurch einer Kritik aus.

Häufig sind diese Prozesse nicht bewusst und äußern sich in einem unbestimmten Unbehagen, einem Ausweichen durch Vermeidung von Schreiben, ein Verhalten, welches zu Schuld- und Schamgefühlen führen kann.

Eine Bewusstmachung dieser Ängste führt häufig zu Erleichterung. „Ich bin nicht unfähig, sondern ich muss hier eine Entscheidung treffen. So etwas verunsichert mich.“

In einem weiteren Schritt kann es darum gehen, was genau mir eigentlich solche Angst macht, inwieweit diese realistisch ist bzw. wie ich einen anderen, besseren Umgang damit finden kann.