Vorstellungsgespräch und Jobinterview – Selbstpräsentation

Die erste Frage im Vorstellungsgespräch lautet meistens:

  • „Erzählen was über sich!“ „Stellen Sie sich kurz vor!“ „Wer sind Sie?“

Folgende Inhalte sollte Ihre sogenannte Selbstpräsentation (Selbstvorstellung) haben:

  • Bedanken Sie sich für die Einladung
  • Nennen Sie nochmal Ihren Namen
  • höchste Bildungsabschluss z.B. Studium der Informatik – Diplom
  • Motivation für die Wahl dieses Studienfachs
  • Praktika während des Studiums 
  • Inhalt der Abschlussarbeit (bei Berufseinsteigern)
  • Berufserfahrungen schildern: bei welchem Unternehmen waren Sie für welche Aufgaben zuständig und welche Erfolge hatten Sie bereits, dies angepasst auf die Stellenausschreibung
  • Motivation für die jetzige Bewerbung – warum wollen Sie in diesem Unternehmen arbeiten? Was reizt Sie konkret?
  • Abschluss – z.B. „Soviel erstmal zu mir, wenn sie noch fragen haben, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung“

Ihre Selbstpräsentation sollte 4-5 Minuten dauern. Weisen Sie nicht explizit auf Ihre Probleme hin. Wenn Sie sehr lange studiert haben, viele Arbeitgeberwechsel hatten, Lücken im Lebenslauf haben oder wegen Problemen mit Ihrem Vorgesetzten oder wegen Mobbing/Burnout gekündigt haben/wurden, gehen Sie darauf in der Selbstpräsentation nicht ein. Bereiten Sie sich jedoch auf dementsprechende Fragen gut vor.

Elke Stuhlmann

Coaching zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch

Was erwartet Sie im Vorstellungsgespräch? Worauf sollten Sie sich vorbereiten?

1. Sammeln Sie Informationen über das Unternehmen, nutzen Sie dazu die Homepage, Pressemitteilungen, googeln Sie den Firmennamen

2. Bereiten Sie Ihre Selbstpräsentation vor, hier werden Sie aufgefordert, ca. 5 min über Ihren beruflichen Lebensweg zu sprechen. Wiederholen Sie aber nicht Ihren Lebenslauf, sondern betonen Sie jene Berufserfahrung, die Sie für die ausgeschriebene Stelle interessant macht.

3. Bereiten Sie sich auf Fragen zu Ihrem Lebenslauf (Lücken und Brüche), auf Hintergrundfragen zu Ihrer Berufserfahrung vor (z.B. „In welchem Projekt waren Sie besonders erfolgreich“?)

4. Bereiten Sie sich auf Fragen zu Ihrer Person vor, Ihre Stärken und Schwächen natürlich, aber auch auf Fragen zu Ihrer Belastbarkeit/Stress, Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Ihre Erfolge und Misserfolge.

5. Bereiten Sie sich auf Fragen zu Ihrer Motivation vor: Warum haben Sie sich bei diesem Unternehmen beworben? Was interessiert Sie an der ausgeschriebenen Stelle? Hier sollten Sie mehr als nur – find ich spannend – sagen können!

6. Überlegen Sie sich, wie Sie mit unterlaubten Fragen, z.B. nach Ihrer Familienplanung umgehen. Auf diese Frage müssen Sie nicht wahrheitsgemäß antworten!

7. Machen Sie sich Gedanken zu Ihren Gehaltsvorstellungen! Nutzen Sie entsprechende Listen im Internet, beachten Sie aber auch Ihre Berufserfahrung, die Branche und die Größe des Unternehmens.

Haben Sie noch Fragen und wollen Sie sich gründlich vorbereiten, Ihre Selbstpräsentation üben? www.es-change.de

Elke Stuhlmann

 

Kündigung in der Probezeit

Achten Sie bei nachfolgenden Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen auf folgende Punkte:

  •  Lebenslauf: Wurden Sie zum Ende der Probezeit gekündigt, sollte diese 6monatige Berufserfahrung auch im Lebenslauf erscheinen. Ist die Kündigung schon früher erfolgt, sollten Sie abwägen, ob nicht Mut zur Lücke vorteilhafter ist.
  • Anschreiben: Auch wenn diese Beruferfahrung nur kurz war, verheimlichen Sie sie nicht, sondern nennen Sie sachlich Ihre Arbeitsaufgaben und Zuständigkeiten. Praktika erwähnen Sie ja auch.
  • Zeugnis: mitschicken, so Sie zufrieden damit sind
  • Vorstellungespräch: Rechnen Sie mit der Frage „Warum wurde Ihre letzte Anstellung schon nach so kurzer Zeit wieder beendet?“ und bereiten Sie gründlich eine Antwort vor. Lassen Sie den potentiellen, neuen Arbeitgeber nicht Ihre Gefühle zur Kündigung (Wut, Kränkung, Selbstwerteinbruch) spüren. Schieben Sie nicht die „Schuld“ für die Kündigung auf den letzten Arbeitgeber oder Chef.  Aber verfallen Sie auch nicht in übertriebene Selbstkritik oder lange Erklärungen. Mögliche Gründe für die Kündigungen wären Wirtschaftskrise, Finanzmittelstreichungen, Einstellung des Projektes. Üben Sie die Antwort mehrmals laut, möglichst mit einem Gegenüber.

Für weitere Fragen oder Simulation von Vorstellungsgesprächen stehe ich Ihnen gern zu Verfügung.

Elke Stuhlmann

Faulheit als Kündigungsgrund

Im Tagesspiel vom 22.01.2012 antwortet Christoph Abeln (Fachanwalt für Arbeitsrecht) auf die Frage, wie einem Arbeitnehmer, der zu langsam arbeitet, gekündigt werden kann. In seinem Artikel wird deutlich, dass Kündigungsgründe, die im Verhalten  des Arbeitnehmers liegen, rechtlich schwierig sind. Eine Probezeit hilft, den Arbeitnehmer und dessen Leistungen genau zu beobachen. Aber ist es möglich, schon im Vorstellungsgespräch zu erkennen, ob ein Bewerber zur Faulheit neigt oder fleißig und schnell arbeiten wird?

Als Arbeitgeber können Sie den Bewerber einen Tag Probearbeiten lassen, bei anspruchsvolleren Arbeitsplätzen bekommen Sie jedoch sicher kein umfassendes Bild vom Bewerber. Ein Anruf beim letzten Arbeitergeber ist da schon aufschlussreicher, vorausgesetzt, der Arbeitgeber möchte Ihren Bewerber nicht weg geloben!

Im Vorstellungsgespräch können Sie jedoch mit gezielten Fragen und genauer Beobachtung und Analyse der Antworten die Arbeitseinstellung des Bewerbers versuchen herauszufinden. Fragen Sie nach dem Grund für seinen Arbeitsplatzwechsel. Konstruieren Sie Situationen aus dem künftigen Arbeitsalltag und lassen sich seine Herangehensweise schildern. Zeigt sich der Bewerber belastbar und flexibel? Hat er für schwierige Aufgaben eine Lösung parat oder weicht er der Frage aus? Muß der Bewerber arbeiten, weil er das Geld braucht oder sucht er nur eine Beschäftigung? Geht es ihm um einen sicheren Arbeitsplatz oder möchte er Karriere machen? Neigt er zum Perfektionismus und wird so sehr lange für die einzelnen Arbeiten brauchen? Antwortet er auf alle Fragen mit „ja klar, kann ich“ oder bringt er von allein Beispiele aus seiner Berufspraxis? Wenn Sie auf mehrere konkrete Frage keine eindeutigen Antworten bekommen,  sollten bei Ihnen alle Warnlampen aufleuchten.

Führen Sie ein strukturiertes Interview durch, stellen Sie allen Bewerbern die selben Fragen und führen Sie die Vorstellungsgespräche mindestens zu zweit.

Weitere Informationen unter http://www.es-change.de/leistungen_einzelcoaching.html  

Elke Stuhlmann

Stressfragen im Vorstellungsgespräch und Assessment Center

Immer wieder erzählen mir Teilnehmer meiner Seminare von schwierigen Fragen im Interview eines Vorstellungsgespräches oder im Assessment Center. Zum Teil werden  sogenannte Stressfragen von den Personalern ganz bewußt gestellt, um die Belastbarkeit des Bewerbers zu testen, schließlich geht es auch im Arbeitsalltag nicht immer nur nett und freundlich zu. Des weiteren fühlt sich der Bewerber aber auch in einer Prüfungssituation und erlebt somit die ein oder andere Frage als verunsichernd und stressig, obwohl diese Frage für einen Außenstehenden vielleicht als ganz normal angesehen würde.

Was tun? Bereiten Sie sich auf das Interview und die möglichen Stressfragen vor und üben Sie deren Beantwortung. Aber vor allem – lassen Sie sich nicht auf die Provokation ein, gehen Sie nicht auf Unterstellungen ein und bleiben Sie auf der Sachebene. Im schlimmsten Fall können Sie immer aufstehen und gehen, aber den Job bekommen Sie dann natürlich nicht.

Hier eine Auswahl an schwierigen Interviewfragen:

– Warum sollten wir gerade Ihnen diese Stelle geben?

– Wären Sie mit der Stelle nicht hoffnungslos überfordert?

– Mal ganz im Vertrauen: man hat Sie wegen Unfähigkeit gekündigt, oder?

– Was würden Sie machen, wenn wir Sie nicht nehmen würden?

– Ich bin mir nicht sicher, ob Sie der geeignete Mitarbeiter für unsere Firma sind, überzeugen Sie mich!

– Würde  diese Stelle nicht einen beruflichen Abstieg für Sie bedeuten?

– Würden Sie sich selbst einstellen?

– Würden Sie überhaupt arbeiten gehen, wenn Sie finanziell abgesichert wären?

– Glauben Sie nicht, dass Sie den Anschluss an die aktuelle Entwicklungen in Ihrem Berufsfeld verpasst haben?

– Sind Sie nicht zu alt für diese Position?

– Wie kamen Sie mit Ihrem letzten Vorgesetzten aus?

– Jetzt mal ganz unter uns: warum wollen Sie wirklich von Ihrem jetzigen Arbeitergeber weg?

– Warum haben Sie bisher noch keinen Job gefunden?

– Was würden Ihre Freunde an Ihnen kritisieren?

– Haben Sie schon viele Absagen bekommen?

– Aus Ihrem Zeugnis entnehme ich, dass Sie wohl Schwierigkeiten damit haben, sich unterzuordnen!

 

Elke Stuhlmann

 

Sinn und Unsinn der anonymen Bewerbungen

Die Konzerne Deutsche Post, Deutsche Telekom, Procter & Gamble, L’Oreal und My Days nehmen an dem Pilotprojekt der anonymen Bewerbung teil. Das heißt, ab sofort werden Bewerbungen an diese Firmen ohne Foto, Name, Adresse, Geburtsort, Nationalität, Familienstand und Geschlecht gesandt. Nicht einmal von wann bis wann jemand die Schule besucht hat, darf drinstehen. Ziel des Piloten soll beispielsweise sein, Menschen mit ausländisch klingendem Namen mehr Chancen einzuräumen. Und sicher aus Sicht der Bewerber, die glauben, bezüglich ihrer Herkunft benachteiligt zu werden, eine ernstzunehmende Chance. Nun versetzen wir uns mal in die Lage eines Chefs, dessen Team aus 10 Mitarbeiterinnen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren besteht. Der wird auch bei einem noch so tollen Lebenslauf keinen Mann von Mitte 50 in seinem Team haben wollen. Einfach weil es schwer wird, diesen Herren zu integrieren. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, die meisten Vorgesetzten benötigten ein homogenes Team, das möglichst keine Probleme macht. Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird klar, dass Arbeitgeber und Bewerber nicht zusammen kommen. Die Absage ist somit aus Sicht des Bewerbers nur nach hinten geschoben, der Arbeitgeber hatte einen zusätzlichen Zeitaufwand und sucht nach wie vor eine Mitarbeiterin die altersmäßig auch in sein Team passt.