Arbeitspläne zur Fokussierung

Wenn es um Zeitmanagement geht, ist schriftliche Aufgabenplanung ein wichtiges Werkzeug.
Welche Vorteile hat das schriftliche Festhalten meiner Aufgabenplanung?

  • Pläne setzen Ressourcen frei. Dinge, die ich mir ohne schriftlichen Plan merken muss, habe ich nun auf einem Blatt Papier.
  • Pläne mit angemessenen, konkreten Zielvorgaben können eine Sogwirkung entfalten.
  • Pläne können helfen, unsere Gedanken zu fokussieren. Durch eine konkrete Tagesplanung kann ich immer wieder zum Thema zurückkommen. Dies ist insbesondere bei umfangreichen Projekten sehr hilfreich. (Ich finde dies die wichtigste Funktion von Plänen.)
  • Pläne helfen uns, den zeitlichen Aufwand, den ich für eine Aufgabe einsetze, zu beobachten. Wenn der zeitliche Aufwand für eine Aufgabe höher ist, als ich dachte, woran liegt es? Ist der Aufwand gerechtfertigt? Ist es wirklich so wichtig, ob ich noch diese oder jene Kleinigkeit bearbeite? Habe ich den Aufwand wirklich unterschätzt?
  • Pläne können Kreativität fördern. Multitasking beschränkt die Kreativität. Nur wenn wir uns wirklich auf etwas (eine Sache) konzentrieren, können wir auch kreativ sein. (Do what you do.)

Viele meiner Klienten wissen dies, setzen dies aber häufig nicht um. Woran kann das liegen?

Einige meiner Klienten empfinden ihre Pläne als Werkzeug zur Gängelung.

„Meine Pläne funktionieren nicht, ich halte sie nicht ein. Pläne zeigen mir immer wieder, dass ich versage.“

„Pläne richten meine Aufmerksamkeit wieder auf meine Aufgaben, die ich eigentlich vermeiden möchte.“

Ist es auf der einen Seite wichtig, zu schauen, wie konkret und realistisch ich meinen Arbeitstag plane, kann es auch interessant sein, welche meiner Gefühle mich bei der Abarbeitung sabotieren.

Tägliche Erfolge sehen und anerkennen

Häufig erlebe ich in den Sitzungen den Wunsch meiner Klienten, „irgendwas mit den Händen tun“ zu wollen, einen Tisch zu bauen oder Ähnliches. Dahinter steht die Sehnsucht, den täglichen Erfolg der Arbeit zu sehen. Viele haben aber eine Arbeit, bei der der eigene Erfolg nicht sofort ersichtlich ist. So stellt sich oft die Frage: Was habe ich heute geschafft? Habe ich überhaupt etwas erreicht? Häufig bleiben sogar die Misserfolge des Tages viel stärker im Gedächtnis haften und man ist frustriert.

Eine gute Möglichkeit ist da, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Dabei ist die ehrliche Beantwortung folgender Fragen hilfreich:

  • Welchem Ziel/Teilziel bin ich heute näher gekommen?
  • Welche Aufgabe habe ich gut gelöst?
  • Welche Aufgabe habe ich erneut verschoben und warum?
  • Was habe ich dazugelernt?
  • Was hätte ich besser machen können?
  • Was war ein unnötiger „Zeitfresser“? Wann hätte ich „NEIN“ sagen sollen?
  • Was hat mir viel Spaß gemacht?
  • Was hat mich geärgert?
  • Wer hat mich heute positiv beeinflusst?

Gönnen sie sich die Möglichkeit, ihr Erreichtes bewusst anzuerkennen und aus dem vergangenen Tag für den nächsten Tag zu lernen.

Dr. Monika Wolff

Ich schaffe das!

In meiner täglichen Arbeit erlebe ich immer wieder, wie allein die Erwartung über die eigenen Fähigkeiten, ein Ziel zu erreichen, einen großen Einfluß auf das tatsächliche Ergebnis haben.
Dabei spielt der Begriff „Selbstwirksamkeitserwartung“ eine erhebliche Rolle, der schon in den 80ern von Bandura eingeführt wurde und mittlerweile eine immer größere Beachtung erfährt.

Was ist Selbstwirksamkeit?
Selbstwirksamkeitserwartung wird definiert als die subjektive Gewissheit, neue oder schwierige Anforderungssituationen auf Grund eigener Kompetenzen bewältigen zu können. [1]

Man unterscheidet die Konseqenzerwartung (Wenn ich mir diese Informationen/Fähigkeiten angeeignet habe, werde ich die Prüfung bestehen) von der Kompetenzerwartung. Die Kompetenzerwartung ist eine Erwartung mit Selbstbezug: Ich bin in der Lage, mir die erforderlichen Informationen oder Fähigkeiten anzueignen (Selbstwirksamkeitserwartung).

Einfluß auf Zielsetzungen
Immer dann, wenn es um die Erreichung von Zielen geht, spielen solche Selbstwirksamkeitserwartungen (SWE) einen große Rolle. Dabei kann es sich um Leistungsziele handeln oder um Ziele, die auf die Veränderung des Lebens hinwirken (Sozialbeziehungen, mehr Sport treiben, mit dem Rauchen aufhören).
Dabei zeigt sich, das schon in der Phase der Zielsetzung die Erwartung der Selbstwirksamkeit eine Rolle spielen. So setzen sich Personen mit höherer SWE höhere Ziele als Personen mit niedriger SWE.

Einfluß auf Umsetzung
Soll die Intention dann in konkretes, aufgabenbezogenes Handeln umgesetzt oder sogar gegen Widerstände durchgesetzt werden, haben auch hier Personen mit einer höheren Selbstwirksamkeitserwartung die besseren Karten. Wer läßt sich nicht mal gern von schwierigen Aufgaben durch kurzfristig attraktivere Handlungsalternativen ablenken? Die Überzeugung, solchen Widerständen zu wiederstehen, spielt hier eine wichtige Rolle.

Selbstwirksamkeit oder eine optimistische Selbstüberzeugung haben somit einen Einfluß auf unser
Denken, Fühlen und Handeln, aber auch auf Zielsetzung, Anstrengung und Ausdauer beeinflusst. Damit ist diese Erwartung ein Kernaspekt der Selbstregulation. Das Spannende dabei ist aber:

Diese Einflüsse der Selbstwirksamkeit auf die Selbstregulation sind weitgehend unabhängig von den tatsächlichen Fähigkeiten der Person.

Dies bedeutet zum Einen, dass wir einen Mangel an Fähigkeiten durch eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung und der damit verbundenen Anstrengungsbereitschaft wieder wett machen können. Andererseits heißt es auch, dass nicht nur intellektuelle Fähigkeiten bspw. in akademischen Bereichen einen hinreichende Bedingung für gute Leistungen sind. Es ist daher wichtig, Probleme im Bereich der Selbstwirksamkeitserwartung anzuerkennen. Auf dieser Basis ist es dann möglich, Veränderungen herbei zu führen.

Eine gute Strategie zur Veränderung der SWE ist die Konzentration auf Nahzielen. Nahziele haben motivationalen Charakter, weil sie zeitnah durch unser eigenes Handeln zur Zielerreichung führen können und uns zufrieden machen. Über den motivierenden Charakter von Zielen habe ich hier schon geschrieben.

[1] Schwarzer & Jerusalem, Jerusalem, Matthias [Hrsg.]; Hopf, Diether [Hrsg.]: Selbstwirksamkeit und Motivationsprozesse in Bildungsinstitutionen. Weinheim : Beltz 2002, S. 28-53. – Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft; 44